Tagebuch
eines ungewöhnlichen Projekts

Als das mit »vibe shift« losging, war mir schnell klar, dass dieses Projekt in jeder Hinsicht ungewöhnlich sein wird. Erstmal kein Auftraggeber und ein verstopfter Markt. Gleichzeitig das sichere Gefühl, dass ich runter vom Sofa muss, Demokratie schützen.

 

Das Zweite was mir klar war – die Idee muss schnell in die Welt, die sich gerade in einem irren Tempo dreht. 

 

Arbeitsnotizen zu »vibe shift« werden ab jetzt hier veröffentlicht.
 

 

von Annette Ernst

Den permanenten Nachrichten und Schlagzeilen, in denen nur die schlechten Nachrichten gute »Klickzahlen« und hohe Aufmerksamkeit liefern. »Flood the zone with shit«. Alles wird auf der Showbühne und sei es nur für die eigenen 15 Follower abgefackelt. Während alles auf den Vordergrund und die »Nebelkerzenwerfer« schaut, werden im Hintergrund die Gesetze »ausgehebelt« oder gleich neu geschrieben. Und das Ganze hat Plan und System. Aber wir haben die Wahl. Immer. Jeden Tag und jeden Moment aufs Neue. Das was wir uns anschauen, verstärken wir.  

 

Aber jetzt endlich Podcast an, Belege auf den Tisch und los gehts.

Deutschlandfunk, 1. Folge der »Peter Thiel-Story«. Wer ist überhaupt Peter Thiel? Kenn ich nicht.

Ich muss Steuern machen. Belege abheften. Langweilig ist mir auch. Aber da war doch der Hinweis auf einen Artikel, den mir mein Mann – mal wieder – hingelegt hat, damit ich mitbekomme, was in der Welt los ist. Mit der täglichen Nachrichtenaufnahme hab' ichs nicht so. Oder anders, ich versuche zu dosieren, wieviel Katastrophe und Dystrophie der Welt ich meinem Leben täglich hinzufügen möchte.

 

Transformationsforscherin Maja Göpel bringt es für mich prima auf den Punkt mit der »Aufmerksamkeitsverstärkungsspirale«. Ich will nicht zu viel meiner Zeit und Aufmerksamkeit den Trumps dieser Welt schenken. 

Noch nicht. Dabei ist das am Ende ein Frankfurter Bub. Was ich dann zwischen dem Ausfüllen von Bewirtungsbelegen und der mühsamen Rekonstruktion der ach so praktischen Online-Bezahlmöglichkeiten höre, haut mir den Bleistift aus der Hand. Es schlägt ein wie ein Blitz. Ich bin fassungslos über Verbindungen, Verknüpfungen, Tatsachen, die ganz ungeheuerlich sind und mir nicht bewusst waren. Die in Amerika ihren Anfang nehmen und schon längst Einfluss auf uns in Europa haben. Ich höre diesen Podcast einmal, zweimal und noch einmal. Beginne zu transkribieren, mache mir Notizen. Die Belege bleiben liegen. Denn und letztlich geht es mir bis heute so: Dazu muss man, in diesem Falle ich, »was machen«. Sich dagegen stemmen. Mit einem Film, einem Beitrag. Einem künstlerischen Statement.

 

Ab da, bin ich besessen. Ein intensiver, intuitiver, wahrhaftiger Moment. Ein Moment von »Evidenz«, wie es dm-Gründer, Götz Werner, in seinem Buch »Womit ich nie gerechnet habe« formuliert hat. Der Augenblick, in dem mir »irgendwas Inneres« sagt, dass es genau richtig ist, sich damit und so ausschließlich wie möglich, zu beschäftigen. Jetzt. 

Mai 2025

Ein Podcast lässt mich nicht mehr los und das Thema besetzt mein kreatives »ich«.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.