»shift the vibe« hinterfragt nach vielen Jahren im etablierten System klassische Finanzierungs- und Produktionsweisen. Unser Ansatz skizziert konkrete Prinzipien: offenere Budgets, ökologische und soziale Verantwortung, partizipative Entscheidungsprozesse und flexiblere Finanzierungsmodelle. Ziel ist der Aufbau eines skalierbaren Praxisfelds, das direkt auf Filmproduktionen anwendbar ist und später auf weitere kulturelle Projekte übertragen werden kann.
Filme anders zusammen zu machen
Nach vielen Jahren »im System«, denken wir darüber nach, wie alternative Wege der Finanzierung und Herstellung von Filmen und in einem zweiten Schritt anderer kulturelle Projekte aussehen können?
Kunst und Kultur, aber auch die Kreativwirtschaft im allgemeinen, stehen ökonomisch unter zunehmendem Druck, Finanzierungsmodelle verändern sich radikal.
Gleichzeitig steigt das Interesse der Menschen, die in der Filmwirtschaft arbeiten – über alle Gewerke – anders Filme zusammen zu machen.
Wie müsste ein Modell aussehen, das die Kreativen – Schauspieler, Buch, Regie, Schnitt, Kamera, Ausstattung, Kostüm, Licht, Musik beteiligt und ihnen ermöglicht – bei einer »frei(er)en« Produktion einen faireren Anteil (Gewinnbeteiligung / »Produzentenstatus«) zu bekommen?
Weil obwohl die Nachfrage nach »bewegtem Bild« auf allen »Kanälen« ständig zunimmt, werden die faktischen Herstellungsbedingungen für alle Beteiligten schlechter (massive Arbeitsverdichtung) und die kreativen Spielräume kleiner (Einfluss der Geld- und Auftragsgeber).
Vielleicht könnte unter dem Dach einer Genossenschaft, der Film »shift the vibe« besser entstehen. Finanziert von unterschiedlichsten Partnerinnen, Mäzenen, Sponsoren, Stiftungen, Freundinnen, Familie und wem auch immer, könnte eine Beteiligung am konkreten Projekt und in der Zukunft an einer solidarischen »Finanzierungsgenossenschaft« ermöglicht werden.
Warum eigentlich?
Wie könnte das gehen und warum ist das nötig?
Der Film, den wir gerne machen wollen, kostet unter »normalen« Marktbedingungen irgendwas zwischen 2,5 – 3,5 Millionen Euro.
Eine Finanzierung könnte z.B. so aussehen (2,5 Mio. €):
Landesförderung am Sitz des Produzenten 400.000
Bundesförderung 400.000
Weitere Landesförderung 250.000
Verleih/Vertrieb 150.000
Koproduzent anders Land (Förderungen des Landes) 1.000.000
Sendeanstalten (Kino-Koproduktion/Lizenzerwerb) 150.000
Sponsoren 200.000
Eigenmittel der Produzenten 150.000
Um so eine Struktur zu »bauen« (mindestens sieben Partner) braucht es i.d.R. sehr viel Zeit (Jahre) und noch mehr Verträge und Anträge. Außerdem möchten – logischerweise – alle an Entscheidungen beteiligt sein und mitreden, müssen manche der Förderungen (Steuergelder) nach regionalen Vorgaben, vor Ort ausgegeben werden.
Das macht das Produzieren kompliziert und teuer, wenn Arbeitspakete nicht dort durchgeführt werden können, wo es »natürlich« Sinn machen würde.
Der Plan – eine Genossenschaft
Die Konstruktion soll so einfach wie möglich werden. Zunächst für den Film »shift the vibe«.
Ziel ist, den Anteil der Eigenmittel für die Produktion zu erhöhen und Crew & Cast ein attraktiveres Angebot als klassische Rückstellungen anbieten zu können.
Der Genossenschaftsanteil an der Gesamtfinanzierung des Films wird als »Eigenmittel« der Produktion bewertet, was eine vorrangige Rückzahlung – an den allerersten Erlösen – möglich macht.
Die STOKED FILM bleibt Hauptproduzent, gibt aber einen wesentlichen Anteil am Projekt an die Genossenschaft, um die »rückgestellten« Genossenschaftsanteile von Crew & Cast so schnell wie möglich bezahlen zu können.
Der Anteil, der anfänglich »nicht bezahlten« Genossenschaftsanteile von Crew & Cast wird im Erfolgsfall vorrangig ausgezahlt.
Mit der Genossenschaft, wollen wir Crew & Cast an einer eigenständigen Rechtskonstruktion beteiligen, die durch eine breite Beteiligung von »Fördergenossen« finanziert wird. Crew & Cast erhalten in der Höhe ihres Lohnverzichts, auf Grundlage der vereinbarten »Gagen«, Genossenschaftsanteile.
Die Refinanzierung dieser Genossenschaftsanteile soll auf zwei Wegen erfolgen:
- durch Gewinnbeteiligung der Genossenschaft an den Erlösen der Produktion (überproportionaler Anteil an den Rechten) und
- durch gespendete Anteile der »Fördergenossen«, schon in der Finanzierungsphase
Wege und Formate
shift the vibe - der Film stellt praxisorientierte, konkret anwendbare Finanzierungs‑ und Organisationsmodelle für Filmprojekte vor, die sich später auf andere kulturelle Vorhaben übertragen lassen. Texte zu Crowdfunding und Membership, Genossenschaften, Co‑Produktionen, In‑Kind‑Leistungen, hybriden Vertriebskonzepten und Revenue‑Sharing‑Modellen folgen. Ergänzt werden diese Modelle durch konkrete Finanzierungsschritte, rechtliche Hinweise, Pilotprojekte sowie Community‑Engagement‑Strategien. Transparente Reporting‑Tools und Impact‑Messverfahren, damit Finanzierung, Umsetzung und Wirkung nachvollziehbar und skalierbar werden.
Crowdfunding & Membership: Kampagnen planen und Pflichten kennen
Klare Handlungs-abläufe für Reward‑, Donation‑ und Mitgliedschaftsmodelle. Dazu gehören Mustertexte für Kampagnenseiten, Checklisten zur rechtlichen Absicherung (Steuerpflichten, AGB, Widerrufsbelehrung bei Gegenleistungen) . Für Memberships liefern wir Abrechnungsintervalle, Kündigungsbeding-ungen und Kriterien für exklusive Inhalte. crowdfunding, membership, pledge
Genossenschaft & Co‑Produktion: Struktur, Rechte, Governance
Wir erklären, warum eine Genossenschaft als Träger sinnvoll ist und wie Satzung, Mitgliedereinlage und Stimmrechte ausgestaltet werden können, um demokratische Mitbestimmung und Finanzierung zu verbinden. Rechtliche Hinweise umfassen Urheber‑ und Nutzungsrechte, Clearances, Lizenzdauer und die Einbindung von Förderbedingungen in Verträge. cooperative, coproduction, agreement
In‑Kind‑
Leistungen, hybride Vertriebskonzepte & Revenue‑Sharing
Wir zeigen, wie In‑Kind‑Leistungen (Locations, Equipment, Postproduktion, Dienstleitungen) vertraglich erfasst und marktgerecht bewertet werden. Hybride Vertriebskonzepte beschreiben wir entlang praktischer Distributionstreppen: Festivalstrategie, Community‑Screening, lokales Kino, VOD/Streaming sowie internationale Lizenzierung.
Praxisbeispiele, Reporting & Impact‑Messung für Skalierbarkeit
Anhand realer Pilotprojekte dokumentieren wir Finanzierungsabläufe, Community‑Engage-ment‑Strategien und Lessons‑Learned. Praktische Finanzierungsschritte und Meilensteinpläne. Ziel ist, Methoden so zu beschreiben, dass Nachvollziehbarkeit, Revisionsfähigkeit und Übertragbarkeit auf andere Kulturvorhaben gewährleistet sind. reporting, impact, community